Landluft

auf der Weide

Vor ein paar Tagen hab ich mal eine Runde richtige Landluft geschnuppert. Bei einer Familie auf einer Farm. Für ca. zwei Wochen hab ich in Port Ligar bei den Shands gegen Kost und Logis mit angepackt. Das ganze schimpft sich WWOOFing und ist eine der zahlreichen Dinge die man als Backpacker hier unbedingt mal ausprobiert haben sollte.

Und der Aufenthalt bei den Shands war definitiv ein Abenteuer für sich! Es ging schon mit der Anreise los. Port Ligar liegt am hintersten Ende der Malborough Sounds, ungefähr vier Autostunden von Picton entfernt. Die Hälfte der Zeit quält man sein Auto dabei über mäßig gute Schotterstraßen, um dann am Ende auf dem eigentlichen Farmland den Prototyp eines Schotter-Brocken-Lehm-Wegs herab (!!!) zu fahren beziehungsweise zu rutschen. Anreise bei regnerischem, nebeligem Wetter und in vollster Überzeugung dass Mathilda von dort nie wieder selbst zurück kommt.

Nach der Ankunft bezog ich meine eigene Hütte – ein gut ausgebautes Zimmer eines Schuppens mit Bett, Couch, Schränken, Wasserkocher, großer Glasschiebetür, Veranda und DEM perfekten Ausblick. Von der Couch aus ließ sich bequem die komplette Bucht observieren – die Delphine konnten sich nicht vor mir verstecken. Aber nicht nur die Hütte war toll, sondern auch die Familie, das köstliche Essen, die Landschaft, die Farm und die ganzen Möglichkeiten dies und jenes auszuprobieren.

Die Jobs waren verschieden: Holz mit einer Maschine spalten, Holz transportieren, Bäume pflanzen, Weidezaun errichten, Bad renovieren, Hundewelpen einfangen und einiges weiteres. Das ganze war zwar überhaupt nicht mit der Arbeit der letzten Wochen im Hostel zu vergleichen und wesentlicher Energie zehrend aber trotzdem gut. Zum Ausgleich ging es auf die Jagt und Fischen. Meinen ersten erfolgreichen Fang gab es noch gleich auf dem Boot filetiert und in Butter gebraten zum Mittag. Blue Cod ist verdammt lecker!

Aber es waren nicht nur die ganzen unterschiedlichen, für mich zum Teil neuen Tätigkeiten die das ganze interessant machten. Mindestens genauso interessant war es einen Einblick in das Landleben in der Abgeschiedenheit zu gewinnen. Die Post kommt in Port Ligar einmal die Woche per Boot, überhaupt ist das Boot das schnellste Transportmittel falls es mal fix gehen muss. Anderthalb Stunden mit dem Boot zum Arzt zum Beispiel. Fleisch wird gejagt oder vom Viehbestand geschlachtet, Gemüse selbst angebaut sofern es die Jahreszeit hergibt, Essen in riesigen Kühltruhen gelagert, warmes Wasser kommt aus dem Holzofen, Müll wird verbrannt. Der nächste Nachbar ist einige Kilometer entfernt, als Pub muss der heimische Kühlschrank herhalten. Für mich ein sehr kontrastreiches Leben: Teilweise sehr einfach aber dann doch wieder hochtechnologisiert, komplett wetterabhängig, „gefangen“ im Outback und doch wieder unendlich frei in einer malerischen Landschaft.

Ein Aufenthalt den ich definitiv nicht vergessen werde.
Thanks dear Shand family!

  04.09.13 um 9:10 Uhr
  new zealand, reise
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Kommentare

das schaf
schrieb am 07.09.13 um 0:38 Uhr:

Me gusta mucho la imagen de título.

Na ob das jetzt so korrekt war.. Wenn Andy mal vorbei schaut, kann er mich ja korrigieren.
Ich freu mich auf meine Schokolade, eigentlich müsste man die hier zu sich nehmen. Con Churros.. Muy bien!

der B.
schrieb am 08.09.13 um 17:30 Uhr:

Wahhh, ich kann doch kein Spanisch! Aber Google Translate sei dank: Danke :)
Und die Schokolade müsste es eigentlich viel eher hier in NZ geben ;)

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