Schnitzeljagd im Athur's Pass Nationalpark

Es war mal wieder Wandern angesagt. Diesmal im Athur's Pass Nationalpark. Ein kleiner Nationalpark in den Southern Alps, durch den sich der SH 73 und eine Eisenbahnlinie als Verbindung von Christchurch nach Greymouth zieht. „Zivilisierter Mittelpunkt“ des Parks ist das kleine Nest Athur's Pass Village, in dem es neben einem extrem überteuerten Laden, dem DoC Besucherzentrum, dem Bahnhof und ein paar Unterkünften nix gibt. Vernünftig einkaufen ist erst 100 Kilometer entfernt möglich, es ist also ratsam mit etwas Proviant anzureisen.

Der Nationalpark bietet einige wenige Tracks zum Wandern, die sich einfach meistern lassen. So gibt es zum Beispiel vom Avalanche Peak aus einen herrlichen Ausblick über die Umgebung oder bei dem Trip zur Bealey Spur Hut faszinierende Einblicke in die abwechslungsreiche Vegetation des Nationalparks. Neben den wenigen Tracks gibt es aber unzählige Routen. Genauer genommen unausgebaute „Pfade“, die sich durch die Weiten des Parks ziehen. Auf diesen Routen gibt es keine befestigten Wanderwege, kaum Brücken und nur spärliche Markierungen. Wenn überhaupt.

Das Wandern entlang einer Route wird damit definitiv zum Abenteuer. Es geht dabei für mehrere Tage raus aus der Zivilisation – mal schnell Umkehren ist da nicht angesagt. Zumal sich nicht alle Routen in beide Richtungen passieren lassen.

Grundsätzlich ist erstmal der richtige „Weg“ zu finden. Es müssen also die spärlich gestreuten orangen Markierungen oder Steinmännchen gefunden oder einfach Kompass und Karte gefolgt werden. Mit etwas Glück gibt es auch noch Fußspuren, das heißt dass sich zumindest schon mal ein anderer hier her verlaufen hat. Ist die Richtung einmal klar, so gilt es die ständig aufkreuzenden Hindernisse zu überwinden. Kletterein entlang von Steilhängen, rutschigen Geröllfeldern und nassen Felsen sind dabei trotz der 12 – 15 Kilogramm Gepäck noch das kleinste Problem. Als hinterhältig gestalten sich oft unscheinbare Wiesen oder feuchte Wege – dort geht es schnell mal einen halben Meter tiefer in klebrigen, schweren Morast. Da wieder raus zu kommen ist gar nicht so einfach. Das schwierigste sind allerdings die Bäche, welche sich ziemlich schnell in reißende Ströme verwandeln. Mangels Brücken müssen diese durchwatet werden. Zumindest sofern Strömung und Wasserstand dies zulassen. Und ein paar Stunden Regen können da viel ausrichten. Es gilt also eine geeignete Stelle zu finden und dann den Wasserlauf hochkonzentriert zu queren. Schließlich ist das Bachbett rutschig und mit Rucksack baden zu gehen wäre fatal. Nur in einigen wenigen Fällen beschert einem das Glück drei gespannte Seile oder ein Cabelway zum Überwinden des Stromes. Das die Benutzung eines Cabelways verdammt viel Vertrauen in dessen Konstruktion voraussetzt ist eine andere Geschichte ...

Das Ganze gestaltet sich also zu einer (an)spannenden Schnitzeljagd für Fortgeschrittene. Als Belohnung gibt es dann aber jede Menge faszinierender, unberührter Natur; lohnenswerte Ausblicke; am Abend eine nette Hütte mit etwas trockenem Holz zum Heizen und mit etwas Glück noch Thermalquellen zum entspannen.

Athur's Pass – ein unglaublich toller Nationalpark.

einsames Cass Valley zu querender Waimakiriri River Cabelway unverzichtbarer Wegweiser – ein Steinmännchen genialer Ausblick bis zur Tasman Sea Sonnenuntergang im Athur's Pass Nationalpark Wasserfälle im Taipoiti Valley Ausblick aufs Taipo Valley

vom 22.05.13 um 0:42 Uhr
Tags: new zealand, reise

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