Hut-Country

Ein schon längst überfälliger Beitrag.

Lower Caples Hut

Lower Caples Hut im Caples Valley – Fjordland

Die unzähligen Wanderungen durch verwunschene Märchenwälder, unwegsame Täler, schroffe Felslandschaften oder auch entlang verlassener Strände führten mich in Neuseeland oft an Hütten vorbei oder direkt zu ihnen. Gemütliche kleine Selbstversorgerhütten, mit Ofen, Matratzen und Regenwassertonne. Für mich sind sie der Inbegriff von Wanderhütten – die bewirtschaften Hütten in den Alpen oder die mit einem kleinen Laden ausgestatteten Schwedischen Vertreter kommen da einfach nicht ran.

Natürlich gibt es auch im Land der Kiwis Hütten, die ihren urigen Charme verloren haben. Zum Beispiel die neuen großen Hütten entlang der Great Walks oder die Pinnacles Hut mit ihren 80 Schlafplätzen, die in der Saison sogar vorgebucht werden müssen. Doch die meisten Hütten in Neuseeland versprühen einen gemütlich-rustikalen Zauber, an den ich mich gerne zurück erinnere.

Angeregt von dem neulichen Besuch der Rotsteinhütte in Sächsischen Gefilden gibt es hier deshalb noch ein paar Impressionen neuseeländischer Hütten.

Angelus Hut Upper Caples Hut Greenstone Hut Mueller Hut Cass Hut Hamilton Hut West Harper Hut Lagoon Saddle Shelter Bealey Spur Hut Anti Crow Hut Carrington Hut Julia Hut Mid Taipo Hut Dillon Hut Mt. Fyffe Hut Brown Hut Perry Saddle Hut Sandy Bay Hut Manuoha Hut Mt. Hikurangi Hut Old Waihohonu Hut Waihohonu Hut Oturere Hut Mangatepopo Hut Pinnacles Hut Holly Hut ehemalige Hütte am Mt. Taranaki Kahui Hut Waiaua Gorge Hut Lake Dive Hut Port William Hut Bungaree Hut Christmas Village Hut Yankee River Hut Long Harry Hut

vom 10.10.17 um 12:58 Uhr, 0 Kommentare
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Hüttenfeeling

Links der Elbe ist es in der Sächsischen Schweiz eher ruhig im Vergleich zum schon fast überrannten rechtselbischen Teil. Doch vielleicht ändert sich ja etwas an der Ruhe, denn der Sachsenforst legt schon seit geraumer Zeit den Forststeig an. Einen Trekkingpfad, der sich rund hundert Kilometer über markante Berge und Aussichtspunkte durch die linkselbischen Wälder zieht, immer versucht so wenig wie möglich die Zivilisation zu kreuzen. 

Ein richtiger Trekkingpfad, mitten bei uns im Elbi! Das ganze ist in meinen Augen eine super Idee, da Trekkingbegeisterte in unseren Gefilden bisher eher in die Röhre schauen. Klar kann man den Malerweg, den Kammweg oder ein Stück der Fernwanderwege laufen allerdings braucht es dort ein ganzes Stück Selbstorganisation. Beim Forststeig soll es eine Route geben mit Treckkinghütten und Biwakplätzen, so dass man seinen Rucksack „nur noch“ packen muss und los geht's. Im nächsten Jahr soll das Ganze eröffnet werden, dieses Jahr wurde schon fleißig Testgewandert, das Netz sprudelt auch schon mit allerlei Informationen zum Forststeig.

Wir sind neulich ein Stück durchs Bielatal gewandert und anschließend ein Stück dem zukünftigen Forststeig zur Rotsteinhütte gefolgt. Unser Plan war es die Hütte zu testen. 

Das kleine Schildchen welches am Wegesrand auf den Abzweig zur Hütte hinweist lässt unsere Herzen schon etwas höher schlagen, zwischen den Bäumen lässt sich schon etwas vom Dach erkennen. Die Spannung steigt auf den letzten Metern. Da steht sie, die Rotsteinhütte. Gelb auf Grün prangt der Name auf einem Schild neben der Tür. Neben der Hütte steht ein kleiner Schuppen. Darin bindet sich eine Axt zum Holzhacken, ein an die Dachrinne angeschlossener Wassertank und eine Komposttoilette. Vor der Hütte gibt es Sitzgruppen mit Tisch. Peter und ich schauen uns an, dieses Konzept kennen wir doch!

Wir lassen unsere Schuhe vor der Tür stehen und besichtigen das Innere der Hütte. Es gibt einen Raum mit Arbeitsplatte zum Kochen, einen Gemeinschaftsraum und einen abgetrennten Schlafraum. Im Schlafraum sind Holzpritschen hereingezimmert, darauf werden wir später unsere Isomatten ausrollen. Aber auch im Gemeinschaftsraum gibt es noch auf zwei Ebenen Pritsche zum Schlafen, zwei Tische mit Sitzgelegenheit, einen Ofen und Kerzenhalter. Einen Lichtschalter gibt es nicht. An einer Wand hängt ein Briefkasten als Ticketbox. Hier werfen wir einen Abreißabschnitt unseres Hüttentickets ein, welches wir uns vorher beim SBB besorgt haben. Auf dem Tisch liegt ein Hüttenbuch, in welchem wir uns anschließend noch eintragen werden.

Peter und ich sind nun hundertprozentig davon überzeugt, dass dieses Hüttenkonzept ziemlich clever bei den Kiwis abgekupfert ist. Neuseeland ist nur so gespickt mit Hütten wie dieser. Immer mit Regenwassertank, Komposttoilette, Pritschen zum Schlafen, Ofen, Ticketbox und Hüttenbuch. Selbst das Layout der neuen Schilder des Sachsenforsts entspricht dem des Department of Conservations in Neuseeland – gelbe Schrift auf dunkelgrünem Hintergrund.

Es wird ein gemütlicher Hüttenabend. Bei den einen gibt es eine Gemüse-Couscous-Pfanne, bei mir eine indische Reispfanne aus der Tüte, verfeinert mit Zucchini und Möhren. Später gibt es einen Becher Brombeerwein und etwas Schokolade zum Knabbern. Es schmeckt herrlich hier draußen. Wir Singen begleitet von der Ukulele, spielen Karten und unterhalten uns im Kerzenschein. Als wir irgendwann unser Nachtlager vorbereiten stellen wir fest, dass der Himmel aufgezogen ist. Eine herrlich klare Nacht mit einem wunderschönen Sternenhimmel. Irgendwo in der Nähe scheint ein jugendlicher Kauz sein Gesangstalent zu trainieren. Andy beschließt draußen auf einer der Bänke zu übernachten, um in die Sterne zu schauen, gut für uns – ein Schnarcher weniger :-)

Als wir am nächsten morgen vor der Hütte frühstücken wollen fängt es wieder an zu Regnen. Ein Glück dass wir das Dach der Hütte über dem Kopf haben. Nach dem Frühstück packen wir zusammen und nutzen die zur Reinigung bereit stehenden Besen und Lappen. Zufrieden und glücklich verlassen wir die Hütte wieder gen Bielatal. 

Wir sind davon überzeugt, dass sich dieses Konzept der rustikalen Selbstversorgerhütten hier gut bewähren wird. Das gut gefüllte Gästebuch bestätigt unseren Eindruck. Es hat auf jeden Fall eine ganze Menge Charme mit eigenem Klopapier, Gaskocher, Kerzen, Isomatte und Schlafsack in die Cunnersdorfer Wälder aufzubrechen, um einen Hüttenabend zu verbringen. 

Rotsteinhütte Schuppen mit Toilette, Wassertank und Holzlager Die Kompost-Toilette abgetrennter Schlafraum Küche Sächsisches Hüttenticket vs. Neuseeländisches Hüttenticket Neuseeland-Vergleich: Waiaua Gorge Hütte Neuseeland-Vergleich: Gemeinschaftsraum Neuseeland-Vergleich: Schlafbereich

vom 05.08.17 um 20:18 Uhr, 0 Kommentare
Tags: sächsische schweiznew zealandwandernphotos

Der Duft von H2S

Aus gegebenem Anlass ein kleiner Exkurs in die Chemie.

Schwefelwasserstoff (H2S) ist ein farbloses Gas, welches nach faulen Eiern riecht. Also nix Buntes, kommt aber aus der Erde. Denn natürlich kommt es unter anderem in vulkanisch aktiven Regionen vor, zum Beispiel in Neuseeland. Der „Duft“ von Schwefelwasserstoff verfolgt einem beim Besuch von Rotorua und Umgebung unweigerlich, da es dort an zahlreichen Stellen aus der Erde hervortritt oder auch am Mt. Ngauruhoe im Tongariro Nationalpark.

An diesen beiden Orten findet man übrigens auch Schwefel – ein gelbes, festes Nichtmetall. Das ist also etwas Buntes, was aus der Erde kommt.

Im Vordergrund: Schwefelwasserstoff enthaltende Dämpfe am Mt. Ngauruhoe. Mit Schwefel angereicherte Artist's Pallate in Wai-O-Tapu. Schwefelreiches Wasser im Devil's Bath Crater in Wai-O-Tapu. Hinten rechts: Schwefel im Sulfur Cave Crater in Wai-O-Tapu.

vom 02.03.15 um 18:21 Uhr, 0 Kommentare
Tags: schulefarbenchemienew zealand

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