Yazd in 14 Bildern

Die für mich schönsten Städte im Iran waren definitiv Isfahan und Yazd. Die Wüstenstadt Yazd vor allem wegen ihrer Altstadt mit ihrem ganz besonderen Charakter. Es ist eine der ältesten Städte im Iran. Durch die unwirtliche Lage zwischen zwei Wüsten wurde die Stadt vor großen Zerstörungen durch Kriege verschont – somit ist also noch ziemlich viel der alten Architektur vorhanden, die so einige Anpassungen an die Wüste aufweist.

 

Typisches Merkmal der Stadt sind die Windtürme – auch Badgir genannt. Sie gibt es zwar auch in anderen Regionen des Irans mit ähnlichen Bedingungen, doch in Yazd prägen sie definitiv das Stadtbild.

 

Hier ein Blick in einen dieser Windtürme von unten. So ein Badgir ist eine natürliche Klimaanlage, bei der je nach Wind- und Temperatursituation Luft aus dem Gebäude entweichen kann oder auch zum Kühlen hinein strömen kann. Die Windtürme haben mindestens vier separate Kanäle in alle Himmelsrichtungen, die oft auch je nach Situation verschlossen werden können.

 

Das Panorama über der Altstadt von Yazd ist wunderschön, besonders bei Sonnenuntergang und einsetzender blauer Stunde. Zahlreiche der Windtürme sind dann dezent beleuchtet, die Moscheen ebenso.

 

In der Altstadt gibt es einige Cafés mit Dachterrasse, von denen sich das Stadtpanorama hervorragend genießen lässt.

 

Eine typische Gasse in der Altstadt. Typisch ist die ockergraue Farbe der Wände. Die Gebäude sind meist aus ungebrannten Lehmziegeln gebaut und anschließend mit Lehm verputzt.

 

Ebenso typisch sind die abschnittsweisen Überdachungen der Gassen – vermutlich auch, um im Sommer etwas mehr Abkühlung zu bieten.

 

Einige der teilweise recht schmalen Gänge sind abends nett beleuchtet, andernorts ist es dagegen ziemlich dunkel. Und auch wenn mal wieder eines der Motorräder angebraust kommt bleibt es meist dunkel, wozu braucht man denn schon Licht am Moped?

 

Die Freitagsmoschee im Zentrum der Altstadt von Yazd ist schon ein kleines Juwel. Und das nicht nur weil sie die höchsten Minarette im ganzen Land hat. Die zahlreichen blauen Fliesen sind wieder mal unglaublich detailliert. Am Tag scheint die Sonne im großen Iwan durch die mit Ziegelsteinen ornamentartig gesetzten Lichtöffnungen, so dass sich im Inneren tolle Muster durch die Sonnenstrahlen auf dem Teppich ergeben. Aber auch die Lichtstimmung bei Dunkelheit ist schön, da wird die Moschee geschickt beleuchtet.

 

Der Amir Chakmaq Komplex ist ein Gebäude am gleichnamigen Platz in Yazd. Einst enthielt das Gebäude eine 1438 erbaute Moschee, welche heute jedoch nicht mehr genutzt wird – so erklären sich zumindest die zwei Minarette. An dem Platz gab es eine Karawanserei, ein Hamam, einen Brunnen und den Eingang zum Basar. Mehr als dort einmal auf ein Eis vorbei zu schlendern muss man da aber auch nicht.

 

Mindestens zwei solcher mit Arkaden umgebenen Plätze habe ich in Yazd entdeckt – sie dienen irgend einer religiösen Zeremonie.

 

Der Dolatabad Garten ist ein historischer Garten in Yazd, der 1747 auf Geheiß des damals die Stadt Regierenden angelegt wurde. Zum Garten gehören einige Bauwerke, am ikonischsten ist davon der weltweit höchste Windturm mit 33,8 Metern.

 

Ein typisches Trinkwasserreservoir ist ein sogenannter Ab Anbar. Dabei handelt es sich um eine unterhalb des Erdboden gelegene Zisterne mit einem kuppfelförmigen Überbau. In besonders heißen Regionen wie zum Beispiel in Yazd ist so eine Anlage noch mit Windtürmen versehen – somit steht immer frisches, gekühltes Wasser zur Verfügung.

 

Die Wasserversorgung der Wüstenstädte erfolgte über sogenannte Qanate. Dabei handelt es sich um horizontale unterirdische Stollen, in denen über zahlreiche Kilometer Wasser von einem Brunnen an den Verbrauchsort befördert wurde. Ein Qanat System war beispielsweise um die 60 Kilometer lang, um Wasser aus der Stadt Meritz nach Yazd zu leiten.

 

Bei einem Fotospaziergang durch die Stadt konnte ich diese grandiose Szene beobachten: Es war absolut ruhig, die Sonne bereits verschwunden. Plötzlich kam der kleine Knirps auf seinem Fahrrad angerollt, parkte und steuerte zielsicher an die Theke. Von Mama war keine Spur, sie war hier aber auch nicht nötig.

 

  14.01.23 um 9:00 Uhr
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